Kulturelles Erbe 2016 / 2017

Ein Kooperationsprojekt zwischen Kreismuseum Syke und GTS Syke,

Projektleitung Miriam Schulz M.A.

Die Küchen der Welt auch vor deiner Haustür?

Wandel spezifischer Orte durch kulturelle Einflüsse - Kulinarische Migrationsbewegungen in Syke

In diesem Projekt begeben sich die Schüler*innen zusammen auf eine Spurensuche. Es gilt Orte zu identifizieren und zu untersuchen, an denen exemplarisch Migration im öffentlichen Raum sichtbar wird. Ziel ist es dabei einerseits, den Schüler*innen die Möglichkeit zu geben sich selbst und ihre Perspektiven auf den Themenkomplex Migration zu explorieren, zumal einige Schüler*innen selbst einen Migrationshintergrund mitbringen. Andererseits wird zum Ende des Schuljahres im Juli 2017 eine Ausstellung im Foyer des Kreismuseums realisiert werden, um den Besucher*innen die Ergebnisses vorzustellen und den Schüler*innen ein Forum zur Präsentation zu geben.

Aber nicht nur die Sichtbarkeit von Migrationsprozessen im öffentlichen Raum spielt eine Rolle, sondern es geht auch um die Geschichten der Menschen in den Gebäuden. Was war dort „früher“ untergebracht? Wann gab es Veränderungen? Wer ist dort aktuell tätig und mit welchem Geschäft? Wer sind diese Menschen und wie lauten ihre (Migrations-) Geschichten? Sehen sie sich selbst überhaupt als Migranten oder „Menschen mit Migrationshintergrund“? Wie ist ihre Selbstwahrnehmung im Vergleich zur Fremdwahrnehmung?

Viele der von der Projektleitung vorausgewählten Gebäude waren und sind gastronomische Betriebe. Daher wird es eine thematische Konzentration auf das Themenfeld Esskultur geben, denn diese Fokussierung spiegelt sich auch in der alltäglichen Lebenswelt der Schüler*innen wieder. Dadurch gelingt eine engere Verzahnung zwischen theoretischem Wissen und praktischer Lebenserfahrungen, was das Abstraktionsniveau auf eine praxisnahe Ebene bringt. Die in den 1950er bis 1970er Jahren angeworbenen Gastarbeiter brachten u.a. auch ihre kulinarischen Gewohnheiten mit nach Deutschland. Bis dahin wenig verbreitete Gerichte aus dem Mittelmeerraum gehören mittlerweile zum Standartrepertoire in deutschen Küchen. Diese kulinarische Orientierung wird im öffentlichen Raum durch die Vielzahl an entsprechenden Restaurants sichtbar. Demnach wäre es interessant diesen Veränderungen nach zu spüren.

Wann und wo wurden die ersten Restaurants dieser Art in Syke eingerichtet? Wer hat sie bzw. führt sie heute? Warum die Idee von Gastarbeitern zu einem Gastronomiebetrieb? Die Interviews werden zum einen mit den Betreibern und ihren Familien geführt und zum anderen mit autochthonen Bewohnern Sykes bzgl. des Fragenkomplexes, wie sie diese Veränderungen in der Esskultur sowohl zuhause als auch im öffentlichen Raum wahrgenommen haben/ wahrnehmen.

Aufgrund der aktuellen Situation wäre es im Rahmen einer Exkursion auch interessant eine Kooperation mit Flüchtlingen bzgl. ihrer Sichtweise auf die deutsche Esskultur anzubahnen. Eventuell über Sprachencafés, Kontakt zu ProAsyl, Interviews u.ä. Gibt es in ein paar Jahren vermehrt syrische, afrikanische oder afghanische Restaurants? Es gibt in vielen Orten gemeinsame Kochevents mit Flüchtlingen z.B. „Frühstück mit Flüchtlingen“,,  Geht Annäherung an „Fremdes“ durch den Magen? Integration durch den Kochtopf? Heimat auf dem Teller?