"Freigelegt". Steinskulpturen. Bettina Bollmann-Koch.

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 27. Mai um 15 Uhr

Die Künstlerin Bettina Bollmann-Koch setzt sich bildhauerisch und literarisch mit dem Menschen auseinander. In der Steinbildhauerei geschieht dies sowohl abstrakt, als auch figürlich, immer mit Respekt vor dem gebrochen Stein. Sie ist eine Beobachterin und Zuhörerin, die in ihrer Kunst zum Ausdruck bringt, was sie um sich herum wahrnimmt, erkennt und was sie bewegt. Ihre literarischen Texte entstehen oft ergänzend zu ihren Skulpturen, erzählen ihre eigenen Geschichten. Aber auch losgelöst von ihrer Kunst schreibt und veröffentlicht sie freie Texte und kurze Geschichten.
Bettina Bollmann-Koch begann 1999 erstmals bildhauerisch mit Stein zu arbeiten.
Sie besuchte Steinbildhauerkurse bei KünstlerInnen, um Techniken für die
Bearbeitung von Stein zu erlernen, blieb dabei aber in ihrer Ausdrucksweise dem treu, was sich aus ihr heraus zu entwickeln begann.
Es sind vor allem gesellschaftlich relevante Themen, persönliche Beobachtungen und Begegnungen die sie zu ihren Arbeiten inspirieren. Sie legt im Stein frei, was sie in ihm verborgen sieht, was oft auch in unserm Alltag eher verborgen ist. Sie möchte zum Hinschauen, Hinhören, zum Nachdenken, zum Weiterdenken, auch zum Widerspruch und zum Handeln anregen. Dabei geben ihre Titel und lyrischen Texte immer nur den Hinweis auf einen Aspekt ihrer Kunstwerke. Für sie geht die Bedeutung der Arbeit immer darüber hinaus. So ist ihr wichtig, dass jeder Betrachter seinen eigenen Zugang für sich entdeckt, er seinen Gedanken - und Gefühlsimpulsen folgt und sie in seinem Alltag nachwirken können.
Ihre figürlichen Skulpturen sind reduziert auf ihren Ausdruck. Sie wachsen aus dem Stein heraus, werden freigelegt und sind für die Künstlerin fertig, wenn sie sich selbst von ihnen berührt fühlt, wenn sie ausdrücken konnte, was sie bewegt. Die Vollendung der Körper oder die anatomische Korrektheit sind dann nicht mehr so wichtig. In ihren abstrakten Werken ist ihr Respekt vor dem Naturstein deutlich zu erkennen.
Der Rohstein leitet Sie hier stärker in ihrer Formgebung. Immer bleiben natürliche Anteile des Steins unbearbeitet und sind wichtiger Anteil ihrer Skulptur. Dabei ist ihre Formensprache eine eher fließende, die sich durch den gebrochenen Stein ihren Weg bahnt, vielleicht auch von ihm unterbrochen wird, oder den sie bewusst durchbricht.So arbeitet sie seit Jahren an ihrer Werkreihe: „Brüche – Durchbrüche“, in der sie verschiedene Bedeutungsebenen von Brüchen und Durchbrüchen im Leben künstlerisch und oft auch literarisch zum Ausdruck bringt.

 
Termin 27.5 - 20.6
 
Ort Ackerbürgerhaus