"Die Agrarreformen des 19. Jahrhunderts: Bauernbefreiung, Gemeinheitsteilung und Verkoppelung.

Seminar mit Dr. Angelika Kroker.

Die Agrarreformen des 19. Jahrhunderts:
Bauernbefreiung, Gemeinheitsteilung und Verkoppelung
Viele Jahrhunderte lang waren die Bauern in Nordwestdeutschland in ihrer selbständigen Wirtschaftsführung erheblich eingeschränkt. Durch die meierrechtlichen Bindungen an den Grundherren waren die Höfe mit Abgaben aller Art sowie Hand- und Spanndiensten belastet. Der durch die Gemengelage der Flurstücke bedingte Flurzwang hinderte die Landwirte z.B. an der Einführung neuer Feldfrüchte. Die landwirtschaftlichen Ergänzungsflächen wie Wald, Heide und Weide wurden von den Berechtigten im Dorf gemeinsam genutzt (Gemeinheit, Allmende) und oftmals unzureichend gepflegt.

Am Ende des 18. Jahrhunderts stieg die Bevölkerung sprunghaft an. Die Französische Revolution brandmarkte Leibeigenschaft und Dienstbarkeit als Sklaverei. Unter dem Eindruck von Erntekrisen und Hungersnöten forderten auch die „gebildeten Stände" eine rationellere Landwirtschaft.

Dieses Seminar wendet sich an Heimat- und Familienforscher, Gästeführerinnen, Regional- und Lokalhistoriker und alle historisch interessierten Bürgerinnen und Bürger. Besondere Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Wie kam es zu den Gesetzen, die die Ablösung der bäuerlichen Abhängigkeiten regelten? Welchen Einfluss hatten die Organisationen wie die „Celler Landwirtschaftsgesellschaft" auf die Reformen im Landbau? Welche Impulse gingen von den Betroffenen selbst, also den Bauern aus?

Wie wurden die einzelnen Abgaben- und Dienstverpflichtungen abgegolten? Welche finanziellen Belastungen hatten die bäuerlichen Betriebe hierdurch zu tragen?

Wie wurden die bisher genossenschaftlich genutzten Flächen auf die bisherigen Nutzungsberechtigten aufgeteilt? Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer bei dieser Umgestaltung? Wie wurden die zuvor in der Flur des Dorfes verstreuten Besitzpartikel der einzelnen Höfe zusammengefasst („verkoppelt")? Welche Auswirkungen hatte die nunmehr individuelle Nutzung der Feldmark auf das soziale Gefüge im Dorf?

 
Termin 24.3, 10:00 Uhr
 
Eintritt 40,00 Euro inkl. Kaffee und Butterkuchen