Litauische Scherenschnittkunst.

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 5. Mai um 15.00 Uhr.

Litauische Scherenschnittkunst erstmals im Kreismuseum Syke

Das Museum in Syke präsentiert vom 5. Mai bis 16. Juni 2019 im großen Sonderausstellungsraum erneut eine ausgefallenen Ausstellung, und zwar litauische Scherenschnittkunst.
Die Schnittkunst ist in diesem baltischen Kleinstaat von herausragender Bedeutung, ist sie doch im benachbarten Lettland völlig unbekannt ebenso wie in Estland. In allen östlichen Nachbarstaaten: Weißrussland, Polen, Ukraine, Russland kommt es regelmäßig zu stets großen Gemeinschaftsausstellungen einschließlich Litauen. In gewisser Weise darf man den volkstümlichen Scherenschnitt als ein typisches Identifikationsmerkmal des Landes Litauen ansehen.
Die Scherenschnittkunst, relativ jung in Litauen gegenüber der schon alten traditionellen in Deutschland und den Niederlanden, hat ihr bereits den anerkannten Rang des Weltkulturerbes eingebracht. Das bedeutet für die Künstler nicht nur höchste internationale Anerkennung, sondern auch Ansporn zu immer weiteren Meisterwerken. Man wetteifert auch um die Zuerkennung des Titels „Meister“ durch das staatliche Kulturamt.

Die Thematik des überwiegend katholischen Landes ist entsprechend religiös: Die Kirche und ihre Feste mit Weihnachten und Ostern und Allerheiligen feierlich wird der Friedhof von der ganzen Familie besucht, der menschliche Lebenslauf, v.a. die Heirat und der Tod, liefern die meisten Stoffe für die Kunst. Die traditionelle, sehr alte, kurze Oberlicht-Scheibengardine mit ihren Blumen und Vogelmotiven wird weiter gepflegt, entsprechend auch die meist schlicht angedeutete Darstellung des Dorfes mit Garten am Haus, also vielen Blumen. Landschaft und Tiere spielen eine eher untergeordnete Rolle. Dafür überragt das Lebensbaummotiv alles mit seinen vielen Vögeln. Die Gestirne fehlen nahezu nie, denn Himmel und Erde und der Wurzelbereich, das Leben in Gänze, ist Thema schlechthin. Einzeldarstellungen von Blumen, erdacht oder natürlich, auch reich erzählte Balladen, sind eher selten. Da ist die Komposition, die künstlerische Idee dahinter, ganz besonders reizvoll. Auch andere Sujets, Porträts, Ornamente oder gar Abstraktes ergänzen das Gesamtbild.

Der litauische Scherenschnitt verfolgt vorrangig das Ziel, das volkstümliche Erbe zu bewahren, die Tradition zu erhalten, sei es die Papiergardine, das Heiligenbild ioder das rundum reich verzierte Bild des Lebensbaums.

Die Eröffnung der Ausstellung mit ungefähr 60 Arbeiten zahlreicher Scherenschnittkünstlerinnen und Künstler findet am Sonntag, 5.Mai um 15.00 Uhr statt.

 
Termin 5.5 - 16.6
 
Ort Sonderausstellungsraum