Ausstellungstrakt im Hauptgebäude

Im modernen Ausstellungsbau sind  ländliche Handwerke und Gewerbe dargestellt, die eine große Bedeutung für Hausbau, Land- und Hauswirtschaft unserer Region hatten und ihren besonderen Charakter mit prägten. Zu sehen sind in einer 2017 neu gestalteten Präsentation kleine Werkstattinszenierungen von Sattler, Schuhmacher, Tischler sowie ein sogenannter Tante- Emma- Laden. Hinzu kommen zahlreiche historische Arbeitsgeräte von Zimmerleuten, Maurern, Malern, Dachdeckern und anderen mehr. Besonders spektakulär sind ein Dachdeckerfahrstuhl zur Deckung von Kirchendächern, ein reetgedeckter Hausgiebel, mit den Werkzeugen von Reet- und Strohdachdecker. Fühlkästen, interaktive PC-Stationen und ein Film, in dem verschiedene Handwerker über ihre Arbeit früher und heute berichten, runden die Präsentation auf fast 200 m2 ab.

Mühlenmodelle, darunter eines funktionstüchtig, veranschaulichen das Gewerbe der Windmüller. Das Modell eines Hallenhauses mit dem dafür nötigen Rohmaterial und einem Sägegerüst zum Brettersägen lässt den Zimmermann früherer Tage lebendig werden.

 

Eine eingerichtete Stube des Historismus mit prächtig gerahmten Drucken und Deckchen auf Sofa und Sesseln ist der zentrale Bereich einer kleinen Abteilung, in der das Leben der Menschen um 1900 untergliedert nach folgenden Themen dargestellt wird: Liebe und Heirat, Familienleben, das Leben der Frauen und Männer mit ihren jeweiligen Leitlinien und die Vereinskultur. Ein originales schwarzes Hochzeitskleid und die Vereinsfahnen des Gesangsvereines Germania aus Syke und des Radfahrvereins Barrien sind nur drei von vielen höchst unterschiedlichen Ausstellungsstücken.

Darüber hinaus werden in einer Abteilung für Vor-und Frühgeschichte Funde (u. a. Werkzeuge, Töpfe, Schmuck und Münzen) von der älteren und jüngeren Steinzeit über Bronze- und Eisenzeit bis in die germanische und römische Zeit gezeigt. Besonders eindrucksvoll sind hierbei der modellhafte Ausschnitt eines Hügelgrabes in natürlicher Größe und die szenarische Darstellung des Alltagslebens in vorgeschichtlicher Zeit durch geschnitzte Miniaturfiguren.

Die Goldmünze der römischen Kaiserin Flavia Maxima Fausta (gest. 326 n. Chr.) stellt nur einen der herausragenden Funde dar, die die Anwesenheit der Römer in unserem Raum bezeugen.
Verschiedene römische Bronzegefäße wie der sogenannte Hemoorer Eimer werden nicht nur als Kochgerätschaften, sondern vor allem als Graburnen benutzt, wie der teilweise noch in Ihnen vorhandene Leichenbrand zeigt. In ihrer Häufigkeit sind sie einzigartig in einem norddeutschen Museum.
Das Mittelalter wird präsent mit Modell und Ausgrabungsstücken der Syker Burg, vor allem aber in dem Asendorfer Münzschatz, mit fast 6000 Silbermünzen des 14. bis 15. Jahrhunderts einem der größten Münzfunde in Norddeutschland. Seine Münzen wurden in über 40 Orten geprägt. Die vorgeschichtliche Ausstellung ist durch hands-on Objekte und Mitmachstationen geprägt.

Ein großes dreiteiliges Diorama stellt die natur- und kulturlandschaftliche Entwicklung der letzten 200 Jahre mit der jeweiligen zugehörigen Tierwelt dar. Eindrucksvoll werden hier die Eingriffe des Menschen mit ihren Konsequenzen deutlich. Mittendrin zeigt ein Zinnfigurendiorama, wie eine Wolfsjagd im 18. Jahrhundert ablief und was es ursprünglich bedeutete, "einem durch die Lappen" gegangen zu sein. Ein Baum mit Kriechtunnel und Vogelstimmen lädt vor allem die kleinen Gäste zu aktivem Tun ein.